Pyeongchang: Ist „dabei sein“ wirklich alles?

Das Publikum ist gespalten: ob Elisabeth Swaney eine Heldin der winterlichen Olympischen Spiele sei, oder ob sie den olympischen Gedanken verspottet habe, ist schwierig zu entscheiden.

Die 33jährige Amerikanerin startete für Ungarn als Ski-Freestylerin an den Olympischen Spielen in Pyeongchang. Sie ist ungarischer Abstammung, ihre Großeltern sind Ungarn, sie ist aber in den USA geboren und lebt auch da.

Am Montag betritt Elisabeth die Halfpipe, in der die Sportler Tricks während des Schilaufens präsentieren müssen – und hat eigentlich nichts gemacht. So:

Elisabeth nutzte die Lücken des Qualifikationsprozesses aus: Es gibt nämlich in dieser Sportart relativ wenige Sportler, so kann man sich eigentlich auch „ohne Talent“ für die Olympischen Spiele qualifizieren. Ihr Ziel war: Dabei zu sein. 

Der Empfang ist wirklich gespalten. Es gibt Leute, die denken, dass sie ihre Träume verwirklicht hat und dass es eigentlich ganz schön ist. Andere setzten sich aber tiefer mit dem olympischen Gedanken auseinander: Sie betonen, dass die richtigen Sportler ihr ganzes Leben dafür opfern, an solchen großen Wettbewerben teilnehmen und erfolgreich sein zu können.

Elisabeth hat ansonsten an der Harvard studiert und ihr diesjähriger Versuch, an den Olympischen Spielen teilzunehmen, unternahm sie nicht zum ersten Mal. Sie wollte voriges Mal als Skeletonfahrerin für Venezuela (woher ihre Mutter kommt) starten, woran sie aber scheiterte. 2003 wollte sie eine politische Karriere anfangen: Sie war die Gegenkandidatin von Arnold Schwarzenegger bei der Wahl zum Gouverneur für Kalifornien. 

Ein interessanter Lebenslauf, oder?

Nur zum Vergleichen: So sah der „Rutsch“ der Siegerin im Ski-Freestyle aus:

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