Immer mehr Hochzeiten in Ungarn

Quelle: MTI

Die Chance, in Ungarn auf eine Hochzeit eingeladen zu werden, ist derzeit so hoch wie seit 20 Jahren nicht! Von den knapp 100.000 Eheschließungen zu Beginn der 70er Jahre ist man zwar noch ein ganzes Stück entfernt, aber seit dem Tiefpunkt im Jahr 2010, als sich nur 35.500 Paare trauten, geht es kontinuierlich nach oben. 2017 wurden abermals mehr als 50.000 Ehen geschlossen, was einem Plus von mehr als 40% entspricht.
Mit mittlerweile mehr als 5 Eheschließungen pro Jahr und 1.000 Einwohner bewegt sich Ungarn im europäischen Mittelfeld. Auch ansonsten zeigen die Zahlen das, was international üblich scheint. In 70% der Fällen war der Bräutigam älter als die Braut, mit durchschnittlich 32,5 bzw. 29,7 Jahren trauen sich beide Geschlechter, den Bund fürs Leben einzugehen. Zur Jahrtausendwende waren beide Ehepartner noch 5 Jahre jünger. Man heiratet also immer später – und anscheinend auch überlegter, denn die Zahl der Scheidungen ist rückläufig und blieb erstmals seit 50 Jahren unter 20.000.
Der Ablauf ungarischer Hochzeiten unterscheidet sich übrigens in einigen Punkten von den deutschen Traditionen. Im Magyarenland tritt man meist erst am Nachmittag vor den Traualter, was die Sache ein wenig entspannter macht. Um Mitternacht tauscht die Braut ihr weißes Kleid gegen ein rötlich gefärbtes und tanzt danach mit jedem Hochzeitsgast, der dafür einen gewissen Betrag spendet, schließlich muss so eine große Sause auch irgendwie finanziert werden. Und ungarische Hochzeiten sind eher groß als klein… .
Das eigentliche Hochzeitsgeschenk gibt es freilich schon nach der Trauung, und da die meisten Paare schon vor der Eheschließung zusammenleben, gibt es auch hier meist den schnöden Mamon.
Ungarn-TV-Tipp: Haben Sie ruhig den Mut, bei der Einladung zu einer Hochzeit diese mit deutschen Elementen zu „würzen“. Die Tradition des Polterns kennt man in Ungarn nämlich kaum, und den anwesenden Kindern wird es garantiert Spaß machen, nach dem „langweiligen Herumsitzen“ ein paar Teller zu zerdeppern. Und wer Banknoten verschenkt, sollte vorher mal „kreativ Geld verschenken“ googeln. Meist wird in Ungarn nämlich nur ein einfacher Briefumschlag überreicht.

Quelle: MTI

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