Budapest könnte bald ein neues städtisches Lebensmittelverteilungssystem umsetzen: Für die Einrichtung eines Hauptstadt-Verarbeitungszentrums erhält die Stadt eine Förderung von einer Million US-Dollar sowie operative Unterstützung. Das Zentrum soll auf den Märkten anfallendes, unverkauftes, aber noch verwertbares Obst und Gemüse weiterverarbeiten und nutzbar machen, teilte das Bürgermeisteramt am Dienstag mit.
Oberbürgermeister Gergely Karácsony gab bekannt, dass Budapest zu den Gewinnern der Bloomberg Philanthropies Mayors Challenge 2025–2026 gehört. Ziel des internationalen Wettbewerbs ist es, kommunale Innovationen zu fördern und öffentliche Dienstleistungen weiterzuentwickeln.
Nach Angaben der Stadt sind die Lebensmittelpreise in Budapest in den vergangenen sechs Jahren um 81 Prozent gestiegen – der höchste Anstieg innerhalb der Europäischen Union. Gleichzeitig bleiben jährlich bis zu 135.000 Tonnen frisches Obst und Gemüse auf den von der Hauptstadt betriebenen Märkten unverkauft. Dies gilt sowohl aus ökologischer als auch aus sozialer Sicht als problematisch: Während wertvolle Ressourcen verloren gehen, haben viele bedürftige Menschen keinen Zugang zu gesunden Lebensmitteln.
Mit Hilfe der Förderung soll in den kommenden Monaten ein Programm gestartet werden, das innerhalb von zwei Jahren umgesetzt wird. In der geplanten Anlage werden überschüssige, aber noch genießbare Produkte zu halbfertigen oder fertigen Lebensmitteln verarbeitet, die unter anderem in der Gemeinschaftsverpflegung genutzt werden können.
Zu den 24 ausgezeichneten Städten aus 20 Ländern zählen unter anderem Barcelona, Belfast, Kapstadt, Fukuoka, Gent, Medellín, Rio de Janeiro und Toronto. Die Initiative soll Budapest dabei helfen, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, soziale Versorgung zu verbessern und nachhaltige Lösungen im urbanen Ernährungssystem zu entwickeln.










