Im „Termálfürdő Zalaegerszeg“, welches im Februar 2007 in Betrieb genommen wurde, warten mehrere Becken auf die Besucher. Was sofort ins Auge fällt, ist die ausgesprochene Sauberkeit im Bad. Nach mehr als einem Jahrzehnt Nutzung kommt es ja nicht allzu selten vor, dass die ein oder andere Gebrauchsspur zu sehen ist. In Zalaegerszeg ist das zum Glück nicht der Fall.

Die Wassertemperaturen in den verschiedenen Bereichen liegen zwischen 33 und 39 Grad. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit tut das richtig gut, die Thermalbadekultur gehört eben zu den angenehmeren Dingen in Ungarn. Abgerundet wird das Angebot durch Wasserstrahl- oder Wasser-Luft-Massagen in den verschiedenen Becken. Daneben gibt es direkt am Beckenrand – aber auch im Außenbereich – die Möglichkeit, in einer der Saunakabinen zum Schwitzen zu kommen. Insofern kann man im wahrsten Sinne des Wortes von einem „Bad der kurzen Wege“ sprechen, hier ist wirklich alles mit wenigen Schritten zu erreichen.

Alles ganz nah im „Bad der kurzen Wege“ – Foto: Stefan Höhm

Dies gilt sogar für die Außenbecken, die allerdings nicht schwimmend vom Innenbereich erreicht werden können. Das ist schade, denn bei kaltem Winterwetter können die 20 Meter Fußweg ziemlich lang werden.
Unbedingt lobenswert sind neben den beiden großzügigen Kinderbecken auch die Spielecke. Familien kann ein Besuch deshalb umso mehr empfohlen werden! Das „Nachtbaden“ jeden Samstag bis Mitternacht spricht dagegen ein anderes Publikum an, aber auch hier zeigt sich, dass sich der Betreiber Gedanken gemacht hat. Sehr gut angenommen werden auch die ermäßigten Preise ab 16 Uhr, statt 2.600 Forint muss man dann nur noch 1.500 Forint Eintritt bezahlen, kann aber noch lange vier Stunden bis 20 Uhr im Thermalbad verbringen.

Die Kinderbecken mit viel Platz für die Kleinen – Foto: Stefan Höhm

Allerdings sollte man dabei nicht allzu großen Hunger bekommen, denn die Verpflegung scheint uns noch nicht optimal organisiert zu sein. Zwar ist der Büffetbereich räumlich attraktiv in der Galerie oberhalb der Becken untergebracht. Viel mehr als aufgebackene Tiefkühlware ist aber leider nicht im Angebot. Zudem kann es schon einmal 20 bis 30 Minuten dauern, bis die Pizza dann wirklich fertig ist.
Die Nähe zur österreichischen Grenze – keine 20 Kilometer – ist im Thermalbad nicht zu überhören. Umso unverständlicher ist es, dass die Beschilderungen neben Ungarisch nur auf Englisch gehalten sind – und dann auch nur spartanisch. Dabei hätte es das Schließsystem der Umkleideschränke sogar verdient, mit einem Video erklärt zu werden, denn es ist hinreichend kompliziert: man bekommt eine Karte, die man am Ende einer Spindreihe an ein Lesegerät halten muss. Die entsprechende Nummer leuchtet sodann auf, ohne das sich der Spind öffnet. Der Trick: unterhalb des Lesegeräts ist ein „Lichtschalter“ angebracht, der den entsprechenden Schrank öffnet. Das ist nicht nur umständlich, sondern in gewisser Weise auch gefährlich, denn wenn die Spindtür geschlossen wird, verriegelt sie nach ein paar Sekunden automatisch – hoffentlich ohne die Karte zum Öffnen darin.
Am Ende des Tages überwiegen aber eindeutig die positiven Eindrücke. Und wer neu ankommenden Badegästen, die ein wenig ratlos versuchen, ihren Spind zu öffnen, dann schon helfen kann, geht nicht nur deshalb mit einem Lächeln nach Hause.
Weitere Informationen finden Sie hier: http://zalaegerszegitermalfurdo.hu/

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