Woher kommen eigentlich Ungarns Weihnachtsbäume?

Der 1. Advent steht vor der Tür und damit geht die Suche einem passenden Weihnachtsbaum los. Jährlich werden in Ungarn bis zu 2,5 Millionen Weihnachtsbäume verkauft, wovon eine Million – hauptsächlich aus Deutschland und Dänemark – importiert wird. Ungarische Bäume werden aber auch exportiert, meist nach Italien und Österreich.

Zentrum der ungarischen Weihnachtsbaum“produktion“ sind die Komitate Vas, Zala und Somogy im Westen des Landes. Hier gibt es mehr als ein halbes Dutzend 20-30 Hektar große „Plantagen“, in denen die Bäume fünf bis zehn Jahre wachsen, bevor sie gefällt werden. Daneben existieren aber auch unzählige Klein- und Kleinsthersteller, die auf Flächen von 1 bis 2 Hektar oder einfach nur auf dem etwas zu großen Grundstück Weihnachtsbäume wachsen lassen. Insgesamt, so schätzen Experten, werden jedes Jahr auf einer Fläche von 400 bis 500 Hektar Bäume gefällt.

Wie ökologisch ist ein Weihnachtsbaum?

Allein deswegen muss man übrigens noch kein schlechtes (Öko-)Gewissen haben. An sich ist es nicht umweltschädlich, sich einen eigens gezüchteten Baum ins Wohnzimmer zu stellen. Umweltschützer verweisen aber immer wieder darauf, dass gerade in großen Plantagen synthetische Dünger und andere chemische Wachstumsförderer zum Einsatz wie Pestizide oder Herbizide kommen. Damit sollen Schädlinge oder unschön aussehende Grasanwachsungen ferngehalten werden. Last but noch least setzt so mancher Hersteller auch Farbverstärker ein, damit das natürliche Grün noch grüner wird.

Ungarn-TV-Tipp: wem die Umwelt wichtig ist, sollte beim Klein(st)produzenten in der Nachbarschaft kaufen. Hier ist die Tanne vielleicht nicht ganz so kerzengerade und nur „normal“ grün, aber in der Ökobilanz ist diese Variante nicht zu schlagen. Hier entfallen nicht nur Transportemissionen, auch die Wertschöpfung ist klar nachvollziehbar und erfolgt vor Ort, vom netten Plausch beim Kauf einmal abgesehen. Und es gibt noch einen weiteren, wichtigen Vorteil: man weiß, wann der Baum geschlagen wurde und kann davon ausgehen, dass er auch Heiligabend noch gut aussieht. Beim „Straßenverkauf“ wurde die Säge wahrscheinlich schon in der zweiten Novemberhälfte angesetzt.

Besonders beliebt ist auch in Ungarn die Nordmanntanne. Das liegt daran, dass sie auch nach Wochen in der warmen Stube kaum zum Nadeln neigt. Der Preis pro Meter dürfte 2017 wieder bis zu 4.000 Forint betragen. Bei der Silbertanne, die bei den Verkaufszahlen in den letzten Jahren stark aufgeholt hat, ist mit der knappen Hälfte zu rechnen. Und wer auf das Budget achten muss, bekommt für 1.500 Forint pro Meter schon eine Fichte. Insgesamt zeigen sich die Preise stabil, aufgrund verstärkter dänischer Exporte kann sogar auf einen leichten Rückgang gehofft werden.

Kunstbäume: hier scheiden sich die Geister

Eine andere „Glaubensfrage“ in Sachen Weihnachtsbaum ist die, ob man sich einen Kunstbaum zulegt. Die sich stetig verbessernde Technik führt dazu, dass die Hersteller immer echter aussehende Plastikbäume anbieten können. Mit spitzem Bleistift nachgerechnet kann der Käufer hier schon nach 3-4 Jahren einen finanziellen Vorteil erlangen. Was die Klimabilanz angeht, so muss man jedoch etwa anderthalb Jahrzehnte warten, bevor man „im grünen Bereich“ ist. Dabei hat diese Variante durchaus auch ihre Vorteile.

Damit ist nicht der entfallende Aufwand gemeint, die die Suche nach dem passenden Baum jedes Jahr verursachen kann. Vielmehr geht es darum, dass sie feuerfest sind und gerade bei Ladeninhabern beliebt sind, da diese Variante wochenlange und stetige Temperaturwechsel etwa im Eingangsbereich problemlos aushalten.

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