UNESCO Welterbe: Die Tanzhaus-Methode wird 40

Ungarischer-Tanz
Ungarischer Tanz – Foto: Ungarisches Tourismusamt

Das Lernmodel Táncház ist ideal für alle Interessierten, die alte Volkstänze aus dem Osten Ungarns auf unkomplizierte Art und Weise lernen möchten. Vorkenntnisse müssen die Tanzbegeisterten nicht mitbringen. Der Name Táncház steht für die Vorgehensweise, mit der früher dörfliche Tanzveranstaltungen organisiert wurden. Meist fand sich eine Gruppe junger Männer zusammen, die gemeinsam ein geeignetes Haus zum Tanzen, sprich ein „Tanzhaus“, suchten und dann eine Band engagierten.

Die Táncház-Bewegung nahm Anfang der 1970er Jahre ihren Anfang in Budapest: Aus der Aktivität von zwei Tanzkompanien ging ein offenes kulturelles Netzwerk hervor, dass sich zur Aufgabe machte, die alten Volkstänze ins moderne städtische Umfeld zu integrieren, um diesem Kulturgut das Überleben zu sichern.

Sowohl Tanzschulen als auch allgemeinbildende Schulen vermitteln heute die überlieferten Kenntnisse mithilfe moderner Lehrmethoden. Ziel ist es, die Schüler an ein Niveau heran zu führen, dass neue Interpretationen und Improvisation ermöglicht und den Spaß am nationalen Kulturgut fördert. Die Tanzhaus-Methode ist nicht nur für den Gemeinsinn wichtig, sie ist in erster Linie sehr unterhaltsam und eine beliebte Freizeitbeschäftigung.

Traditionell fand Táncház sowohl im Rahmen christlicher Feste (Karneval, Ostern, Weihnachten), als auch von Familienfeiern (Namenstag, Eintritt in die Armee, Hochzeit) statt. Heute gibt es allein in Budapest rund 50 solcher Tanzveranstaltungen pro Woche. Die größten dieser Events zählen bis zu 1.500 Besucher. Unübertroffen ist das jährliche Táncháztalálkozó-Festival mit über 100.000 Teilnehmern. Um sich ein Stück Kultur mit nach Hause nehmen zu können, werden häufig auch Musik-CDs, Bücher und Kunsthandwerk zum Verkauf angeboten.

In Deutschland haben sich ebenfalls Tanzhaus-Gruppen und -Vereine unter anderem in den Städten München, Frankfurt am Main, Wernau am Neckar und Hagen gebildet.

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