Beim Schenken ist immer ein Ungar dabei

Wir wollen Ihnen helfen, ein „ungarisches” Geschenk außerhalb von Palinka, Paprikapulver und Salami zu finden. Nachdem die Onlinehändler schon sehr aktiv für ihre Produkte warben, möchten wir vor dem „Weihnachtsendspurt“ in den Einkaufszentren kurz Luft holen, bevor Kreditkarte oder Bargeld wieder dran glauben müssen.

Apropos: haben Sie sich schon einmal diese Zahlungsmittel genauer angesehen? Sowohl auf Geldscheinen als auf Kreditkarten ist mindestens ein Hologramm untergebracht, dieses – meist in Silber – glitzernde Etwas. Sie ahnen es schon: auch das ist eine ungarische Erfindung.

Dénes (Dennis) Gábor war ein ungarischer Ingenieur, der 1947 die Holographie erfand und dafür ein knappes Vierteljahrhundert später 1971 den Physiknobelpreis erhielt. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits in England, da er – jüdischer Abstammung – 1933 dorthin emigrierte. Zuvor hatte er über 10 Jahre in Deutschland gelebt und hier auch die ersten seiner mehr als 100 Patente angemeldet.

Bei der Holographie wird der Wellencharakter des Lichts ausgenutzt, d.h. mit verändertem Blickwinkel ändert sich auch das Bild selber. So kann man bei einer zweidimensionalen Abbildung einen dreidimensionalen Gegenstand abbilden – das macht Fälschern das Leben schwer. Dabei war diese Erfindung quasi nur ein Nebenprodukt, denn eigentlich wollte Gábor das Auflösungsvermögen von Mikroskopen verbessern. Da er bei seinen Forschungen nur mit einem einzigen Lichtsstrahl arbeitete, waren die erzeugten Bilder von bescheidener Qualität. Die Idee wurde fast vergessen, bis amerikanische Wissenschaftler mit mehreren Lichtquellen arbeiteten. Erst damit erlangte die Erfindung des Ungarn wieder Bedeutung und feierte ab den 1960er Jahren ihren Siegeszug – in alle Portemonnaies, auf viele Echtheitszertifikate, aber auch in der Medizin, Archäologie oder bei  holographisch-optischen Bauelementen.  Und in der Kunst aufgrund der faszinierenden Darstellungen sowieso.

Es gibt also vielfältige Möglichkeiten für Holographie und damit zum Schenken. Selbst wenn Sie am Ende „nur“ Geld schenken, haben Sie ihr Ziel erreicht, etwas „ungarisches“ unter den Baum zu legen.

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