Ungarns schönste Stege: Naturerlebnisse über Wasser und Moor

Természetjáró

Wer Ungarns Natur einmal aus einer anderen Perspektive entdecken möchte, findet im ganzen Land außergewöhnliche Stege und Lehrpfade, die über Feuchtgebiete, Moore, Schilflandschaften und Auen führen. Der Ungarische Wanderverband (Magyar Természetjáró Szövetség) hat eine Auswahl solcher Holz- und Pfahlstege zusammengestellt, die Wanderern besonders intensive Einblicke in empfindliche Naturräume ermöglichen.

Zu den bekanntesten gehört der Fényes-Lehrpfad in Tata. Auf erhöhten Holzstegen führt der Weg durch eine einzigartige, von Quellen und Feuchtgebieten geprägte Landschaft. Tata trägt nicht umsonst den Beinamen „Stadt der Gewässer“ und bietet mit diesem Lehrpfad eines der eindrucksvollsten Naturerlebnisse der Region.

Ein weiteres Highlight befindet sich am Theiß-See bei Poroszló. Der dortige Wasserlehrpfad ist bereits durch seine Anreise außergewöhnlich: Er kann nur mit dem Boot erreicht werden. Anschließend geht es auf einem auf Pfählen errichteten Stegsystem mitten hinein in die faszinierende Wasserwelt des Theiß-Sees.

Auch im Süden Ungarns gibt es zahlreiche sehenswerte Beispiele. Im Ökopark von Sándorfalva, nur wenige Kilometer von Szeged entfernt, führt ein Pfahlsteg durch die charakteristische Landschaft der Region. Bei Mártély können Besucher auf einem Lehrpfad und einem Steg entlang eines Theiß-Altarms die besondere Tier- und Pflanzenwelt der Auen kennenlernen.

In Tiszakécske führt der Nádirigó-Lehrpfad über weite Strecken auf Holzstegen durch die Schilf- und Wasserlandschaft des Altarms der Theiß. Eine weitere außergewöhnliche Moorlandschaft wartet am Baláta-See bei Kaszó im Südwesten Ungarns. Das Gebiet vermittelt einen Eindruck davon, wie ursprünglich und wild die ungarische Natur abseits der bekannten Touristenziele sein kann.

Nicht weit von Budapest entfernt lohnt sich außerdem der Szent-Jakab-Steg in Dabas. Auf erhöhten Holzwegen, kleinen Brücken und zwischen Inseln lässt sich die Feuchtlandschaft bequem erkunden. Ebenfalls gut für einen Ausflug von der Hauptstadt geeignet sind der Teknős-Lehrpfad bei Dunakeszi sowie der Pfahlsteg des Gyadai-Lehrpfades am Rand des Börzsöny-Gebirges.

Weitere interessante Ziele sind der Kékbegy-Lehrpfad bei Farmos, der durch eine ausgedehnte Schilflandschaft führt, sowie der Vízfő-Lehrpfad in Orfű im Mecsek-Gebirge. Auch die Fischteiche der Hortobágy lassen sich auf einem 14 Stationen umfassenden Lehrpfad entdecken. Einen ganz anderen Charakter besitzt der erhöhte Weg am Pilis-Gipfel, der spektakuläre Ausblicke über die umliegende Berglandschaft ermöglicht.

Besonders naturbelassen präsentiert sich schließlich das Bátorligeti-Urmoor im Osten Ungarns. Es gehört zu den ältesten streng geschützten Naturgebieten des Landes und zeigt eine Landschaft, die andernorts längst verschwunden ist.

Die ungarischen Pfahl- und Holzstege sind damit weit mehr als nur attraktive Fotomotive. Sie ermöglichen Besuchern den Zugang zu empfindlichen Lebensräumen, ohne diese unnötig zu beeinträchtigen – und zeigen gleichzeitig eine überraschend vielfältige Seite Ungarns zwischen Mooren, Auen, Seen, Schilfgürteln und Bergen.