Hirschbrunft in Ungarn: Wenn der Herbstwald zum Konzertsaal wird

Gemenc Zrt.

Im September beginnt in Ungarns Wäldern eines der eindrucksvollsten Naturschauspiele des Jahres: die Brunft der Rothirsche. Das tiefe Röhren der Hirsche ist oft kilometerweit zu hören und verwandelt die Wälder besonders in den Abendstunden in eine außergewöhnliche Klangkulisse. Zahlreiche Nationalparks und Forstbetriebe bieten in den kommenden Wochen geführte Touren und Sonderfahrten mit Waldbahnen an.

Zu den bekanntesten Schauplätzen gehört der Gemencer Wald. Von Pörböly aus werden am 11. und 12. September Programme angeboten, bei denen Informationen über die heimischen Rothirsche mit einer Fahrt mit der Waldbahn verbunden werden. Der Termin am 12. September ist besonders für Familien mit Kindern konzipiert.

Auch im Pilis-Gebirge gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Hirschbrunft unter fachkundiger Begleitung zu erleben. Unter anderem werden in Pilisszentkereszt, Visegrád, Pilismarót, Budakeszi, Szentendre und Galgamácsa geführte Abendwanderungen angeboten. Einige Termine reichen bis Anfang Oktober.

Mit der Waldbahn zu den röhrenden Hirschen

Besonders stimmungsvoll sind die Programme, bei denen die Besucher mit historischen Waldbahnen tief in die Wälder fahren. In Csömödér starten am 11. und 18. September jeweils um 18.30 Uhr spezielle Züge. In Dömefölde verbringen die Teilnehmer anschließend fast eine Stunde in der Stille des Waldes und lauschen dem Röhren der Hirsche.

Auch die Waldbahn von Nagybörzsöny bietet am 18. und 25. September Sonderfahrten an. Zum Programm gehören eine etwa 2,5 Kilometer lange nächtliche Wanderung mit Führung sowie anschließend Lagerfeuer und Picknick in Kisirtás.

Weitere Hirschbrunft-Züge fahren am 12. und 19. September von Felsőtárkány, am 19. und 26. September von Gyöngyös und am 26. September von Szilvásvárad ab. In Pálháza werden am 18. und 19. September ebenfalls besondere Waldbahnfahrten angeboten, die mit einem Abendessen und weiteren Programmen rund um Wald, Wildtiere und Jagd verbunden sind.

Geführte Touren in Nationalparks

Auch mehrere ungarische Nationalparks laden zu besonderen Abendwanderungen ein. Im Fertő-Hanság-Nationalpark findet am 12. und 13. September das Programm „Hirschbrunft in der Fertő-Landschaft“ statt. Im Körös-Maros-Nationalpark führt eine fünf Kilometer lange Tour am 12. September zunächst durch die Welt der Fischteiche von Biharugra und anschließend zu den Brunftplätzen.

Im Zselic lädt der Forstbetrieb SEFAG am 11. September zu einer geführten Tour rund um den Zselicer Sternenpark ein. Weitere Programme finden unter anderem in Fehérvárcsurgó und am Ökozentrum Soponya statt.

Die Veranstalter weisen darauf hin, dass die Sichtung eines Hirsches nicht garantiert werden kann – und gerade darin liegt ein Teil des besonderen Erlebnisses. In der Dämmerung können ein entferntes Röhren, knackende Äste und die Geräusche des Waldes eine ganz eigene Atmosphäre schaffen.

Während der Brunftzeit gelten in einigen Wald- und Jagdgebieten zudem zeitweise Besuchsbeschränkungen. Besucher sollten deshalb die ausgewiesenen Wege nicht verlassen, sich ruhig verhalten und keinesfalls versuchen, sich den Hirschen auf eigene Faust zu nähern. Für viele der geführten Programme ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, einige Termine sind bereits ausgebucht.