Formel-1 auf dem Hungaroring am Wochenende / Das hat Tradition

Action bei der Formel-1 / Foto: Hungaroring Media

Stefan Höhm (sh): Auf das Formel 1-Rennen in Ungarn freuen sich wohl die meisten Fahrer, steht doch danach wieder die vierwöchige Rennpause an. Bevor an diesem Wochenende vor den Toren Budapests wieder Gas gegeben wird, haben wir einmal ein paar wissenswerte Fakten zusammengesammelt.
Es war schon eine ganz große Sache, als Formel 1-Ikone Bernie Ecclestone mitten im Kalten Krieg gelang, 1986 das erste Mal im damaligen Ostblock ein Rennen auszutragen . Damals strömten 260.000 Rennsportfans an den Hungaroring. Darunter waren auch viele DDR-Bürger, war es doch für sie damals die einzige Möglichkeit, ihre Idole einmal live zu sehen.
Auch heute noch gilt der „Magyar Nagydíj“ als einer der zuschauerfreundlichsten Strecken, denn die Strecke ist von drei Seiten von seichten Hügeln umschlossen, auf denen Naturtribünen einen Blick auf mehr als 80% der Rennstrecke zulassen. Vor allem Deutsche und Finnen kommen regelmäßig zu den Rennen. Beide Länder brachten schon mehrere Weltmeister hervor, der aktuelle Titelträger Rosberg besitzt übrigens beide Staatsbürgerschaften, konnte hier aber nie gewinnen.
Weniger beliebt ist der Kurs bei den Fahrern, da sich aufgrund der vielen Kurven und Schikanen kaum Möglichkeiten zum Überholen bieten, weshalb auch oft vom „Monaco ohne Leitplanken“ die Rede ist und dem Qualifying sowie der Rennstrategie eine besondere Bedeutung zukommen. Erschwert wird ein Überholen auch deshalb, weil die relativ staubige Umgebung die Strecke abseits der Ideallinie leicht versanden lässt. Dieses „Puszta-Feeling“ führt dann oft zu spektakulären Rennen: Dreher und Verbremser kommen hier nämlich relativ häufig vor. Es ist also kein Wunder, dass der „Magyar Nagydíj” zu den eher langsamen Strecken im Formel-1-Zirkus zählt.

Bei der Premiere 1986 wurde sogar eine Runde weniger gefahren als geplant, da das Zwei-Stunden-Limit erreicht war.
Es gibt sicherlich traditionsreichere Strecken als den Hungaroring, aber nach Monaco (seit 1955) und Monza (seit 1981) gibt es aktuell keinen Kurs, bei dem der Rennzirkus so lange ohne Unterbrechung jedes Jahr seine Zelte aufschlägt, der diesjährige GrandPrix ist schon der 32. in Serie. Und die aktuellen Verträge sehen eine Fortsetzung bis mindestens 2026 vor.

Die Fahrer müssen sich also weiterhin auf das wegen seiner häufigen Gluthitze auch körperlich sehr anspruchsvolle Pusztarennen einstellen, wobei hier niemand ein „Heimspiel“ hat: nur 2003/04 ging mit Zsolt Baumgartner ein Ungar an den Start, der bei seinen insgesamt 20 Starts aber nur ein WM-Pünktchen sammeln konnte. Stolzer können die Magyaren da schon auf Ferenc Szisz schauen, der 1906 in Frankreich den ersten GrandPrix der Neuzeit gewann. Am Hungaroring erinnert eine Metallskulptur an ihn.

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