Auf der Konferenz Utazás 2026 erhielten die Teilnehmer anhand konkreter Beispiele aus der Balaton-Region Einblick in die praktische Umsetzung der digitalen Transformation im Tourismus. Péter Princzinger, Geschäftsführer der VisitBalaton365 Nonprofit GmbH, stellte vor, auf welchen Grundlagen das digitale Destinationsmanagementsystem der Region heute basiert.
In den vergangenen acht bis zehn Jahren hat sich das touristische Angebot in Ungarn grundlegend erneuert und ein neues Qualitätsniveau erreicht. Für den Entwicklungszyklus 2026–2030 steht nun der „digitale Sprung“ im Mittelpunkt. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die touristischen Dienstleistungen noch effizienter und vernetzter anzubieten.
Eine starke Marke Balaton
Zu Beginn seiner Präsentation analysierte Princzinger die Marke Balaton sowie die touristische Region insgesamt. Die Mission – die Liebe zum Balaton mit möglichst vielen Menschen zu teilen –, die Vision – der Balaton als Ort zum Leben und Entspannen – sowie die Markendefinition – ganzjährige Erlebnisse und hochwertige Erholung – sind klar formuliert. Strategische Ziele, Marketingmaßnahmen und Instrumente müssen jedoch gemeinsam definiert werden.
Eine starke Marke Balaton soll sowohl im Inland als auch international vertreten werden. Gleichzeitig müssen kleinere Teilmarken innerhalb der Region unterstützt werden. Obwohl die Destination bereits qualitativ hochwertige Dienstleistungen bietet, verfügt sie über erhebliches ungenutztes Potenzial, dessen Ausschöpfung die Marke weiter stärken kann.
Wichtige Entwicklungsmöglichkeiten liegen insbesondere in:
• der Zusammenarbeit zwischen Dienstleistern (Produktentwicklung, Qualitätssteigerung, Angebotsverknüpfung),
• der Netzwerkbildung (Verknüpfung vorhandener Ressourcen),
• sowie der Digitalisierung.
Vom Besuchermanagement zum digitalen Destinationsmanagement
Zwischen 2020 und 2025 entwickelte sich die Organisation vom regionalen Besuchermanagementsystem (BB365) zu einem umfassenden Destinationsmanagementsystem (VB365). Heute verfügt sie über eine starke Marketingkommunikation und ein weitreichendes Partnernetzwerk. Der Zeitraum 2026–2030 wird im Zeichen der digitalen Weiterentwicklung stehen.
Touristische Vernetzung bedeutet heute nicht mehr nur logistische Verbindungen, sondern einen integrierten Erlebnisraum, in dem jeder Akteur als digitaler Knotenpunkt präsent ist. Praktisch alle touristischen Aktivitäten haben sich in den digitalen Raum verlagert.
Digitale Lösungen für die Branche
Im Rahmen des Programms DIMOP Plus sollen Projekte gestartet werden, die Unternehmen bei ihrer digitalen Weiterentwicklung unterstützen. Das Kompetenzzentrum für Digitales Destinationsmanagement reagiert auf zentrale Herausforderungen der Branche, darunter:
• Ressourcenknappheit,
• fehlender Kompetenztransfer,
• unzureichende Zusammenarbeit,
• sowie Defizite bei Erlebnisangeboten und Produktverknüpfungen.
Die digitale und organisatorische Erneuerung des touristischen Ökosystems sowie die Schaffung eines gemeinsamen virtuellen Kooperationsraums könnten hierfür Lösungen bieten.
Nach Princzingers Vorstellung könnte dieses Zentrum zur zentralen Plattform für Destinationssteuerung, Datenintegration und Zusammenarbeit werden. Ziel ist ein virtueller Kooperationsraum, in dem rund 4.500 am Balaton tätige Unternehmen effizient zusammenarbeiten können.
Pilotprojekt mit Vorbildcharakter
Das Balaton-Pilotprojekt dient als Modell für andere Regionen. Der Prozess beginnt mit der Identifizierung von Problemen und der Bedarfserhebung, gefolgt von IT-Entwicklung und Systemeinführung. Mentoring, Bewusstseinsbildung und Schulungen begleiten die Umsetzung.
Das Dienstleistungssystem des Destinationsmanagements ermöglicht Unternehmen schnellere und fundiertere Entscheidungen, da die Plattform aktuelle Marktinformationen und Kooperationsmöglichkeiten bereitstellt. Sie unterstützt Betriebe dabei, den Balaton als ganzjährige Destination zu stärken.
Wichtig ist dabei, dass kein fertiges System „übergeben“ wird. Stattdessen werden Unternehmen bereits in den Entwicklungsprozess eingebunden und auf die Nutzung der Plattform vorbereitet.
Die fachliche Arbeit konzentriert sich derzeit auf die Definition der Portalservices; die Entwicklungsphase kann in der nächsten Etappe beginnen. Zusätzlich wurde auf den Start des DigiTurismo-Programms zur Sensibilisierung und Wissensvermittlung hingewiesen.
Zum Abschluss erinnerte Princzinger an das Leitmotiv der Organisation:
„Wir finden den Weg. Wenn es keinen gibt, schaffen wir einen.“











