Dampfendes Budapest – Unvergessliche Spa-Erlebnisse in den historischen Bädern der Hauptstadt

Bild: Szechenyi-Thermal-Bath

Die Wurzeln der Budapester Badekultur reichen bis in die Römerzeit zurück: Schon Aquincum galt als Badestadt, und die Römer errichteten hier zahlreiche private Badeanlagen. Den eigentlichen Aufschwung erlebte die Badekultur jedoch während der Türkenzeit, als die ersten türkischen Bäder entstanden, während die Epoche der Monarchie das goldene Zeitalter des Badelebens brachte. Heute ist Budapest als eine der thermalwasserreichsten Städte der Welt bekannt – eine echte Bädermetropole, in der man Geschichte und Entspannung zugleich erleben kann.

Lukács-Heilbad – Tradition und Heilwasser

Die Geschichte des Lukács-Heilbads reicht bis in die Römerzeit zurück, Quellen aus der Umgebung wurden bereits zur Zeit Kaiser Claudius erwähnt. Im 18. Jahrhundert errichteten die Johanniter hier ein Hospital, später entstanden Mühlen und Werkstätten, während das Badeleben rund um den Malom-See weiterblühte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erhielt der Komplex seine heutige Form mit Schlammbad, Kurhotel und Volksdampfbad. Viele berühmte Persönlichkeiten wie Zoltán Kodály oder István Örkény waren hier zu Gast. Das Bad wird bis heute größtenteils aus dem Wasser der Molnár-János-Höhle gespeist und verbindet historische Atmosphäre mit moderner Heilbadkultur.

Nach dem Baden lohnt sich ein Besuch im nahegelegenen KicsiZso Café, wo kreative Frühstücks- und Brunchgerichte den perfekten Abschluss eines entspannten Vormittags bieten.

Széchenyi-Heilbad – Das Wahrzeichen der Budapester Badekultur

Das berühmte Széchenyi-Bad wurde 1913 eröffnet, nachdem bereits Jahrzehnte zuvor mit den Bohrungen nach Thermalwasser begonnen worden war. Der damalige artesische Brunnen zählte mit fast 1000 Metern Tiefe zu den tiefsten Europas. Das heutige Bad, nach den Plänen von Győző Czigler erbaut, entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem wahren Badepalast. Mit seinen Außen- und Innenbecken, Saunen, Massageangeboten und dem Palmenhaus gehört es bis heute zu den beliebtesten Entspannungsorten der Stadt.

Für Genießer bietet sich danach ein Abstecher ins Zuzu Café & Bakery an, wo liebevoll zubereitete Brunchgerichte und hausgemachte Spezialitäten warten.

Veli-Bej-Bad – Türkisches Erbe in klassizistischer Umgebung

Das Veli-Bej-Bad ist ein echtes Juwel aus der Türkenzeit, erbaut im 16. Jahrhundert von Sokollu Mustafa Pascha. Später wurde es Teil des Császár-Bades und schließlich dem Orden der Barmherzigen Brüder übergeben, mit dem Ziel, die Einnahmen für die Pflege Bedürftiger zu nutzen. Das achteckige Becken, die umliegenden Badekammern mit unterschiedlichen Temperaturen sowie Dampfbad, Sauna und Jacuzzi bewahren bis heute den Geist der osmanischen Badekultur.

Nach dem Bad lohnt sich ein kulinarischer Abstecher zu Lio Schiacciata, wo italienische Aromen und frisch gebackenes Fladenbrot für echtes Dolce-Vita-Gefühl sorgen.

Rudas-Bad – Das älteste Thermalbad der Stadt

Das Rudas-Bad empfängt Badegäste bereits seit 1572 und gilt als das älteste noch betriebene Thermalbad Budapests. Es wurde ebenfalls in der Türkenzeit errichtet und hat selbst den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet überstanden. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Komplex mehrfach erweitert und modernisiert, heute wird er von 21 warmen Quellen gespeist. Die traditionelle türkische Badekultur lebt hier bis heute weiter, unter anderem durch das berühmte „Schürzenbaden“.

Budapest – Eine Stadt zum Eintauchen

Budapest ist weit mehr als nur eine schöne Hauptstadt: Es ist eine Stadt, in der Geschichte, Architektur und Thermalwasser eine einzigartige Einheit bilden. Ob im Lukács-, Széchenyi-, Veli-Bej- oder Rudas-Bad , überall spürt man, dass das Baden hier nicht nur Erholung, sondern auch kulturelles Erlebnis ist. Ein Wochenende in Budapest bedeutet Eintauchen in warmes Wasser, in Jahrhunderte alte Traditionen und in puren Genuss für Körper und Seele.