Die Statue eines Chanten-Jägers wurde am Budaer Brückenkopf der Rákóczi-Brücke in der Nähe des Kopaszi-Damms aufgestellt. Das Volk der Chanten gilt als entfernter Verwandter der Ungarn, und in ihrer Kultur vermischen sich bis heute das orthodoxe Christentum und alte schamanistische Glaubensvorstellungen. Die Miniskulptur steht auf einem größeren Stein und erinnert an die Jagd sowie an eine naturnahe Lebensweise.
Das neue Werk reiht sich in die weltweit bekannte Serie der Kolodko-Miniskulpturen ein. Ihr Schöpfer ist Mychajlo Kolodko (Mihály Kolodko), ein in Uschhorod (Ungvár) geborener Bildhauer, der in den vergangenen Jahren Budapest und viele andere Städte mit seinen kleinen, aber äußerst detailreichen Bronzeskulpturen „erobert“ hat. Charakteristisch für seine Arbeiten ist, dass sie oft überraschend und ohne große Ankündigung im öffentlichen Raum erscheinen – ihre Entdeckung gleicht daher einer kleinen urbanen Schatzsuche.
In Ungarn gibt es inzwischen mehr als 50 Kolodko-Miniskulpturen, die meisten davon in Budapest, aber auch in Städten wie Szentendre, Veszprém oder Tihany. Zu den bekanntesten gehören unter anderem Mekk Elek, der Rubik-Würfel, der Hase mit den karierten Ohren, der Gummibär, Winnie Puuh oder der sogenannte traurige Panzer am Freiheitsplatz. Viele der Werke greifen Motive aus der ungarischen Kultur und Geschichte auf oder reagieren mit feiner Ironie auf aktuelle Ereignisse.
Eine Besonderheit der Kolodko-Skulpturen ist, dass sie sich nicht in den Vordergrund drängen: Oft entdeckt man sie zufällig auf einem Geländer, einer Steinbrüstung oder an den Stufen des Donauufers. Gerade diese Unaufdringlichkeit macht ihren Charme aus – sie bringen die Passanten zum Innehalten, zaubern ein Lächeln ins Gesicht und laden dazu ein, die Stadt mit anderen Augen zu betrachten.
Auch der neue Chanten-Jäger fügt sich harmonisch in diese Reihe ein: Er ist zugleich eine Hommage an ein mit den Ungarn verwandtes Volk und eine stille Erinnerung an eine Lebensform, die der Natur noch sehr nahe steht. Die Miniskulptur ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Kolodkos kleine Werke nicht nur schmücken, sondern auch Geschichten erzählen – für all jene, die bereit sind, sie zu entdecken.











