hallo Ungarn – Kurznachrichten am 10.06.2026

Anlässlich des Weltjugendstiltages findet zwischen dem 10. und 14. Juni erstmals ein landesweites Architekturfestival statt, das insgesamt 74 Programme in Budapest, mehreren ungarischen Städten sowie im serbischen Subotica bietet. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, die Architektur und insbesondere das reiche Erbe des Jugendstils einem breiten Publikum näherzubringen. Besucher erwarten geführte Spaziergänge, Gebäudebesichtigungen, Ausstellungen, Vorträge und kulturelle Programme. Eine Besonderheit des Festivals ist, dass mehrere ikonische Gebäude ihre Türen öffnen, die normalerweise nicht oder nur selten zugänglich sind. Dazu gehört unter anderem die Grundschule in der Dob utca, die als besonderes Beispiel der Budapester Jugendstilarchitektur gilt.

Der Ungarische Verband der Gastronomiebetriebe fordert von der Regierung eine Verschiebung des ab dem 1. Juli 2026 geplanten Verbots von Kunststoffbechern. Laut Verband würde die neue Regelung erhebliche wirtschaftliche Belastungen für Restaurants, Strandbetriebe, Festivals und andere gastronomische Einrichtungen verursachen. Die derzeit verfügbaren Alternativen seien deutlich teurer und könnten Kunststoffbecher in vielen Bereichen nicht vollständig ersetzen. Besonders problematisch sei laut Verband, dass das Verbot mitten in der Sommersaison in Kraft treten würde. Deshalb fordert der Verband eine Verschiebung um mindestens drei bis fünf Jahre sowie umfassende Gespräche mit Branchenvertretern, bevor die endgültige Regelung beschlossen wird.

An der Theiß hat die berühmte „Blüte der Theiß“ begonnen. Dabei handelt es sich um das spektakuläre Schwärmen der geschützten Eintagsfliegen, das jedes Jahr nur wenige Tage lang beobachtet werden kann. Die Behörden weisen darauf hin, dass das Sammeln, Töten oder absichtliche Stören der Tiere gesetzlich verboten ist und als Naturzerstörung gelten kann. Eine einzelne geschützte Eintagsfliege hat einen Naturschutzwert von umgerechnet rund 10.000 Forint. Die Theißblüte gilt als wichtiges Zeichen für die gute Wasserqualität des Flusses, da die empfindlichen Insekten in den meisten europäischen Gewässern bereits verschwunden sind. Im Öko- und Aktivtourismuszentrum in Tiszafüred können Besucher die faszinierende Welt der Eintagsfliegen außerdem durch interaktive Programme und einen VR360-Film näher kennenlernen.

Am 20. Juni findet in Veszprém die Nacht der Museen statt, bei der Besucher an insgesamt 25 Orten fast 100 Programme erwarten. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltungsreihe steht das Thema „In Geschichten eingeschlossene Geschmäcker“, das die Verbindung zwischen Gastronomie, Erinnerungen und Kultur beleuchtet. Auf dem Programm stehen Ausstellungen, Konzerte, Führungen und kreative Workshops. Besonders beliebt dürfte die Fußballhistorische Ausstellung „Hátsó füves“ im Laczkó-Dezső-Museum werden, die neben Führungen auch Tischfußball, traditionelle Spiele und sportliche Aktivitäten bietet. Darüber hinaus erwarten die Besucher Poetry-Slam-Abende, japanische Sashiko-Workshops, Lichtinstallationen sowie besondere Kunstausstellungen und Vorträge.

In Mohács startet ein fast 1,4 Milliarden Forint teures Entwicklungsprojekt zur touristischen Aufwertung des Donauufers. Im Rahmen der bis 2028 laufenden Investition entstehen drei neue Anlegestellen, an denen gleichzeitig fast 200 Boote und Motorboote festmachen können. Zusätzlich werden Einrichtungen für Kajaks und Kanus geschaffen sowie neue Wasserfahrzeuge angeschafft. Ziel der Stadt ist es, die touristische Attraktivität des Donauufers zu steigern und bessere Bedingungen für Angler, Wassersportler und Ausflugsgäste zu schaffen.

Kapitány István hat erstmals eine öffentliche Vermögenserklärung abgegeben. Daraus geht hervor, dass der frühere globale Shell-Vizepräsident über milliardenschwere Investitionen, ein Ferienhaus in Málaga sowie Luxusfahrzeuge verfügt. Den größten Teil seines Vermögens hält er in Wertpapieren und Aktien im Gesamtwert von mehreren Milliarden Forint. Außerdem besitzt er Anteile an Immobilien in Budapest, am Balaton und in Spanien. Der Minister hatte zuvor angekündigt, sein vollständiges Ministergehalt an eine Stiftung für Früh- und Neugeborenenhilfe zu spenden.

Wizz Air wird ab 2027 schrittweise das Starlink-Satelliteninternet an Bord seiner Flugzeuge einführen. Damit sollen Passagiere während des gesamten Fluges schnelles Internet nutzen können. Laut der Fluggesellschaft ist dies ein bedeutender Schritt für den Low-Cost-Sektor, da hochwertige Bordinternetdienste bisher vor allem Premiumfluggesellschaften vorbehalten waren. Ziel ist es, den Reisenden zu ermöglichen, auch während des Fluges mit Familie, Arbeit und digitalen Diensten verbunden zu bleiben.

Die ungarische Steuerbehörde NAV beschlagnahmte Vermögenswerte im Wert von mehr als 180 Millionen Forint bei einem Spielwarenhändler mit hohen Steuerschulden. Neben Bargeld und dem Inhalt der Registrierkasse wurde auch ein großer Teil des Warenbestands gepfändet. Die Behörde betonte, dass solche Vollstreckungsmaßnahmen häufig vermieden werden könnten, wenn Betroffene rechtzeitig Ratenzahlungen oder Zahlungsaufschübe beantragen.

Spielerische Kulinarik im „Zöld Zsiráf Játszótorony“ im Wasserturm in Debrecen stehen sonntags Kinder und Familien im Mittelpunkt. Besucher erwartet eine besondere Atmosphäre mit spielerischen Programmen, kreativen Aktivitäten und viel Bewegung. Während die Kinder spielen und neue Dinge entdecken können, haben Eltern die Möglichkeit, gemeinsam mit der Familie entspannte Stunden zu verbringen.

Am Mittwoch wird das Wetter in Ungarn wechselhaft. Neben längeren sonnigen Abschnitten bilden sich vielerorts Quellwolken, insbesondere östlich der Donau sowie im Südwesten können Schauer und Gewitter entstehen. Am Abend erreicht eine Kaltfront den Westen des Landes und bringt Regen sowie Gewitter in die Transdanubien-Region. Während im Osten noch Temperaturen von bis zu 33 Grad möglich sind, sorgt die Front am Donnerstag landesweit für eine deutliche Abkühlung. Dann werden meist nur noch 21 bis 27 Grad erwartet, begleitet von starkem Nordwestwind.

Der durchschnittliche Wechselkurs liegt derzeit bei etwa 355 Forint pro Euro (Mittelkurs).