Péter Magyar (nach dem Regierungswechsel im Frühjahr 2026 ungarischer Ministerpräsident) hat eine umfassende Steuerreform vorgelegt. Das Ziel ist eine Vereinfachung des Systems, der Abbau von Bürokratie und das Schließen von Steuerschlupflöchern für Großkonzerne und sehr reiche Bürger.
Das sind nach ersten Informationen die wichtigsten Punkte der aktuellen Reform:
1. Streichung von fünf Steuerarten
Um das Steuersystem zu entschlacken, werden fünf bisherige Abgaben komplett abgeschafft:
- Die kommunale Sondersteuer (önkormányzati külön települési adó)
- Die Hundesteuer bzw. der Hundehaltebeitrag (ebadó)
- Die Migrations-Sondersteuer (bevándorlási különadó)
- Die CO₂-Quotensteuer
- Die mit der CO₂-Quote verbundene Transaktionsgebühr
Hintergrund: Einige dieser Steuern standen ohnehin im Konflikt mit EU-Recht. Ihre Abschaffung soll auch dabei helfen, blockierte EU-Gelder freizumachen.
2. Kampf gegen Steuervermeidung & Fokus auf Konzerne
- Schließen von Schlupflöchern: Praktiken zur Steuervermeidung über sogenannte Treuhandstiftungen (bizalmi vagyonkezelők) werden stark eingeschränkt. Diese wurden in der Vergangenheit oft von den Reichsten genutzt.
- Härtere Regeln für Multis: Die Körperschaftssteuer für multinationale Großkonzerne wird verschärft, indem die Steuerbasis verbreitert und bestimmte Steuervergünstigungen gestrichen werden.
3. „Grüne“ Besteuerung
Unternehmen, die ihren ökologischen Fußabdruck nicht nachweisbar verringern, müssen mit deutlich höheren Abgaben rechnen. Unter anderem wird die Luftverschmutzungsgebühr (levegőterhelési díj) verdoppelt, um Anreize für grüne Investitionen zu schaffen.
4. Entlastungen für kleine Einkommen & Familien
Aus den bereits zuvor formulierten Leitlinien seiner Partei (Tisza) und der neuen Ausrichtung geht zudem hervor:
- Entlastung der Basis: Der Einkommensteuersatz auf den Mindestlohn soll gesenkt werden, um kleine Einkommen zu stützen.
- Geringere Mehrwertsteuer: Die Umsatzsteuer auf Grundbedürfnisse wie bestimmte Lebensmittel und Medikamente soll reduziert werden.
Vermögenssteuer: Vorgesehen ist eine 1%-ige Vermögenssteuer für extrem hohe Vermögen (ab ca. 2,6 Millionen Euro), um die soziale Schere zu verkleinern.
Zusätzlich wird die Steuerbehörde (NAV) reformiert: Der Chef der Behörde wird künftig über eine offene Ausschreibung ermittelt und verliert seinen politischen Staatssekretärs-Status, um die politische Unabhängigkeit der Steuerfahndung zu stärken.
Foto: Magyarország Kormánya/ Péter Magyar fb.











