In Balatonfüred fand ein fachlicher Partnerschaftstreffen des Aktív Magyarország Fejlesztési Központ und von VisitBalaton365 statt. Ziel der Veranstaltung war es, die Grundlagen für ein aktives touristisches Entwicklungsprogramm für den Balaton und seine Region zu schaffen, das auf die Etablierung eines ganzjährigen Tourismusmodells sowie auf die Erweiterung des saisonalen Angebots abzielt.
„Die Branche ist sich einig, dass der Erfolg des Balaton-Tourismus in der Umstellung auf ein Vier-Jahreszeiten-Modell liegt. Die Stärkung von Angebot und Nachfrage ist dabei unerlässlich, wobei dem Ausbau der Möglichkeiten des Aktivtourismus eine zentrale Rolle zukommt“, betonte Princzinger Péter, Geschäftsführer von VisitBalaton365, in seiner Eröffnungsrede.
Der Balaton und seine Umgebung seien bereits heute die beliebteste Aktivtourismusregion Ungarns, erklärte Petényi Mirkó, Geschäftsführer des Aktív Magyarország Fejlesztési Központ. Neben dem Rad und Wandertourismus spielten insbesondere der Wassertourismus sowie besondere Angebote wie der Hévíz-Kanal oder die Balaton-Querüberquerung eine prägende Rolle in der Region.
Ein durchdachtes, komplexes und vernetztes Angebot im Aktivtourismus könne vor allem im Frühling und Herbst die größte Anziehungskraft entfalten, so Petényi. Daher sei es entscheidend, das Entwicklungsprogramm gemeinsam mit Dienstleistern, Kommunen und der Zivilgesellschaft zu konzipieren und umzusetzen.
Im fachlichen Teil der Veranstaltung stellte Bauer Ádám die zentralen Elemente der strategischen Planung vor. Dabei hob er insbesondere die Bedeutung durchgängiger, „bruchfreier“ aktiver touristischer Netzwerke und Produkte hervor.
Die mit der Ausarbeitung des Entwicklungsprogramms beauftragte InnoTime Hungary Kft. präsentierte durch ihre Geschäftsführerin Nagy Júlia eine auf Forschungsergebnissen basierende Situationsanalyse. Die Daten zeigten einen klaren Trend: Nach dem Badeurlaub stellt das Naturerlebnis mit Wandern und Touren die zweitwichtigste Attraktion des Balatonraums dar. Jeder zweite Befragte nannte diesen Aspekt als entscheidenden Faktor für seine Reiseentscheidung.
Im zweiten Teil des Programms fand eine moderierte Podiumsdiskussion statt, die sich mit den praktischen Herausforderungen des Aktivtourismus beschäftigte. Dabei standen drei zentrale Themen im Fokus: Fragen der Infrastruktur wie Betrieb, Zuständigkeiten und Finanzierung, die Rolle datenbasierter Entscheidungsfindung bei der Priorisierung von Entwicklungen sowie der Umgang mit Nutzungskonflikten und Besucherlenkung im Spannungsfeld von Aktivtourismus, Naturschutz und Forstwirtschaft.
Die bei dem Treffen formulierten Vorschläge fließen in das derzeit in Ausarbeitung befindliche Entwicklungsprogramm ein. In den kommenden Monaten wird die Arbeit mit Workshops für Dienstleister und vertiefenden Interviews fortgesetzt, um den partnerschaftlichen Dialog aufrechtzuerhalten. Ziel ist es, dass das Aktív Magyarország Fejlesztési Központ das endgültige Konzept noch in diesem Jahr der Regierung vorlegen kann.











