Skifahren lebt im Börzsöny weiter

Bild: SIELŐK.HU

Wer heute den Nagy-Hideg-hegy im Börzsöny besucht und nichts über Skitouren weiß, könnte leicht glauben, dass Skifahren hier längst Geschichte ist. Keine Lifte, keine präparierten Pisten, keine Warteschlangen. Und doch zeigt sich an schneereichen Tagen ein ganz anderes Bild: 30 bis 50 Skitourengeher ziehen ihre Spuren am Berg, weitere trifft man am Csóványos. Die Szene lebt – nur anders als früher.

In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich Skitourenspuren wie ein Netz über das Gebirge gelegt. Der Klimawandel zwingt Wintersportler, höher gelegene und schneesicherere Nordhänge aufzusuchen, weshalb die Gegend um Csóványos und Nagy-Hideg-hegy besonders beliebt wurde. Mit moderner, leichter Ausrüstung von kaum vier Kilogramm ist der Aufstieg selbst dann gut machbar, wenn erst ab etwa 850 Metern Höhe ausreichend Schnee liegt.

Während vielerorts in Europa traditionelle Skigebiete mit hohen Kosten für Beschneiung und Liftbetrieb kämpfen oder sogar schließen müssen, zeigt sich hier ein alternatives Modell. Die Berghütten überleben, die ehemaligen Pisten werden im Sommer gemäht oder beweidet, und sobald Schnee fällt, kehren die Skitourengeher zurück. Statt dutzender Abfahrten auf vereisten Kunstschneepisten genügt ein oder zwei Aufstiege, um anschließend durch unberührten Pulverschnee abzufahren – mit deutlich höherem Erlebniswert.

Seit fast 20 Jahren sorgt eine kleine, engagierte Gemeinschaft dafür, dass diese Form des Wintersports im Börzsöny erhalten bleibt. Sie organisieren Herbst-Mäharbeiten auf alten Abfahrtsrouten, pflegen Wege und veranstalten Wettbewerbe wie den „Börzsöny Tigrise“, an dem heuer 65 Teilnehmer starteten. Zudem existiert ein Konzeptplan, der zeigt, dass mit nur einem Bruchteil der Kosten eines Liftbaus ein nachhaltiges Netz an Skitourenrouten gepflegt und ausgebaut werden könnte.

Die Idee ist einfach: Wege freihalten, einzelne Waldabschnitte pflegen, Forststraßen so instand setzen, dass auch durchschnittliche Skifahrer sicher abfahren können. Damit würde Skitourengehen von einer Nischenaktivität zu einer breiter zugänglichen, ökologisch sinnvollen Alternative zum klassischen Skibetrieb werden – ganz ohne Großinvestitionen, aber mit viel Gemeinschaftsgeist und Naturverbundenheit.