Auf der Suche nach „ungarischen“ Weihnachtsgeschenken – Der Kugelschreiber

Kugelschreiber aus Ungarn - Foto: Flying Media Hungary

Alle Jahre wieder nähert sich das Weihnachtsfest mit schnellen Schritten und man muss sich geschenkseitig etwas einfallen lassen. Wer schon etwas länger in Ungarn lebt und die „üblichen“ Sachen wie nett verpacktes Paprikapulver, Bogrács oder Salami so langsam alle durch hat, sucht wahrscheinlich auch mal ein Geschenk, das eine wirkliche Überraschung ist. Und einen Ungarnbezug hat. Ungarn-TV möchte Ihnen bei der Ideenfindung behilflich sein.

Ein edler Kugelschreiber

Wie wäre es z.B. mit einem edlen Kugelschreiberset? Das ist nützlich, macht einiges her und wird auch nach Jahren noch mit Freude benutzt. Aber was hat das mit Ungarn zu tun?

Experimente in Richtung Kugelschreiber gab es schon im 19. Jahrhundert, die durchbrechende Idee hatte aber letztlich der gebürtige Ungar László József Bíró beim Anblick rotierender Druckwalzen – da wurde die Idee geboren, eine Farbmine mit rollenden Kügelchen in der Spitze zum Auftragen der Farbmasse auf das Papier zu entwickeln. Nach jahrelanger Forschungsarbeit, bei der er u.a von seinem Bruder György unterstützt wurde, meldete Bíró 1938 in Ungarn das Patent an.

Aufkommender Antisemitismus waren im selben Jahr dann der Grund dafür, dass er – jüdischer Abstammung – seine Heimat verließ.

Die ersten Kulis liefen noch nicht wirklich „rund“. Den technischen Durchbruch schaffte schließlich der britische Geschäftsmann Henry George Martin, der Bíró das Patent abkaufte, es verbesserte und bereits 1944 die erste Kugelschreiberfabrik im englischen Reading eröffnete. Wichtigster Kunde der ersten Stunde war die Royal Airforce, denn von nun an gab es ein Schreibgerät, welches man auch in großen Höhen verwenden konnte. Heutzutage gibt es mit dem „Spacepen“ sogar einen Kuli, der in der Schwerelosigkeit funktioniert. Aber mit diesen Entwicklungen hatte Bíró nichts mehr zu tun.

Was nicht heißt, dass er untätig blieb. Er plante ein Parfüm mit dem gleichen Kugelprinzip und schuf damit einen Vorläufer des Deorollers. Auf der Liste seiner Patente stehen auch noch ein Fieberthermometer und Blutdruckmessgerät für das Handgelenk, außerdem erfand er einen neuen Kunststoff, das Birolit.

Auch mit seiner wohl wichtigsten Erfindung, dem Kugelschreiber, hinterließ er der Nachwelt mehr als nur einen Gegenstand. Denn der Kugelschreiber wird u.a. als „Biro“ (Großbritannien, Italien), „Biron“ (Frankreich) oder „Birome“ (Argentinien) bezeichnet. Sein Geburtstag am 29. September wird in seiner Wahlheimat Argentinien bis heute als „Tag der Erfinder“ gefeiert.

Verdient hat László das mit seinen Erfindungen – und vielleicht haben Sie ja jetzt ein passendes „ungarisches“ Geschenk gefunden.

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