100 Jahre ungarische Filmfabrik

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Budapest - Immer wieder Filmkulisse für erfolgreiche Streifen. Foto: Flying Media Hungary

Stefan Höhm (sh): Ungarn und der Film, das war und ist eine ganz besondere Beziehung. Als in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts diverse Filmgesellschaften in Hollywood aus der Taufe gehoben wurden, kamen ihre Gründer oftmals aus Ungarn. Auch viele Schauspieler hatten oder haben ungarisches Blut: Zsa Zsa Gabor, Tony Curtis, Paul Newmann oder Drew Barrimoore, um nur einige zu nennen. Und so ist es nicht verwunderlich, als früher im Schaufenster eines Filmstudios der Hinweis zu finden war „Ungar sein ist nicht genug“ – und ein Scherzkeks (?) angeblich darunter schrieb „Aber es hilft sehr viel!“.

Die Filmmania ist bis heute zu spüren. In und um Budapest gibt es zahlreiche Filmfabriken, die für die Regisseure der millionenschweren Streifen nicht nur wegen der attraktiven steuerlichen Rahmenbedingungen interessant sind. Nein, Budapest und seine Umgebung können quasi alle Rollen „spielen“, von der Toskana bis zur Salzwüste, von türkischen Bädern über Burgen und Paläste bis hin zur sozialistischen Großstadt.

Entsprechend groß wurde deshalb dieser Tage bei einer Festveranstaltung dem 100jährigen Jubiläum der ungarischen Filmfabrik gedacht. Alle waren sie gekommen, Schauspieler, Regisseure, Oscar-Preisträger. Neben den bei diesen Gelegenheiten üblichen Rückblicken auf nicht mehr lebende Mitwirkende, deren Erbe zur Geschichte der Filmfarbik gehört, ging es auch um die filmische Gegenwart. Demnach ist ein Arbeiten vor und vor allem auch hinter den Kulissen harte Arbeit, die viel Fachwissen erfordert und bei Produktionen wochenlang kaum Privatleben zulässt. Aber es war und ist eben immer eine Freude und Auszeichnung, bei den Produktionen dabei zu sein.

Nur diese Einstellung machte es möglich, dass die 1917 von Sándor Korda, Jenő Janovics und Miklós Pásztory unter dem Namen Corvin gegründete Filmfarbik bis heute als Korda Filmstudios existiert. Angefangen hat damals alles mit kleinen Filmen. Heute, 100 Jahre, einige Namens- und Eigentümerwechsel, zwei Weltkriegen sowie mehreren Pleiten und Neuanfängen später gibt es ihn immer noch, den ungarischen Film. Im hochmodern Outfit.

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